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Orientierung in bewegten Zeiten



Es gibt in den letzten Wochen und Monaten immer wieder Tage, an denen man das Gefühl hat, die Welt stehe Kopf. Es ist gar nicht so einfach in dieser momentan so bewegten Zeit die Orientierung zu behalten. Gerne teilen wir unsere Gedanken zu diesem Thema mit euch.



"Das Wort Orientierung erinnert mich an meine Kindheit, in der ich oft mit meinen Eltern zum Orientierungslauf gegangen bin. Ein Genuss! Mein Vater verbrachte Stunden damit, die Karten zu gestalten und die Posten im Wald zu stecken.

Bei dieser Sportart geht es darum im Wald oder Gelände, an Hand einer Karte, von Posten zu Posten zu finden. Genau - es geht darum, innerhalb der Orientierung fündig zu werden.

Unser Leben ist auch eine Art von Wald oder Gelände, durchzogen von Posten und Zielen.

Beginnend mit der Geburt und endend mit dem Tod, werden wir teilweise von Posten zu Posten geleitet. Im besten Fall werden wir fündig, wonach wir gesucht haben. Oder eben es findet uns – oftmals unverhofft.

Die Ziele auf unserer Karte stecken wir uns selber oder werden durch unsere Entscheidungen sowie unser «dazu tun» sichtbar.

Manchmal gibt es, wie beim Orientierungslauf, ein Dickicht mit Dornen, das man nicht durchqueren kann und manchmal geht es ganz leicht den angestrebten Posten zu finden.

In den aktuellen Zeiten die wir als Gemeinschaft oder Gesellschaft gerade durchleben, vermischen sich die Posten oder rücken in den Hintergrund.

Mir hilft es, mich in diesen Zeiten auf diesen Gedanken zu besinnen, was meinen Orientierungslauf durchs Leben durchaus weiterhin begehbar und zielorientiert sowie fündig gestaltet.

Was macht deinen Orientierungslauf aus und wie wirst du gerade fündig? Wonach suchst du und wie genau ist deine Karte? Stelle dir diese Fragen doch einfach mal selbst. Ich wünsche dir viel Spass dabei. Wenn nichts mehr hilft, setzte ich mich an einen Baum und stelle mir die Frage: "Moment mal, was gilt es gerade jetzt zu erreichen?" - Kilian



"Vor einigen Tagen hatte ich im Zug ein schönes Erlebnis. In Basel angekommen stellte ich mich in die Reihe um den Zug zu verlassen. Im Zwischengang stehend bemerkte ich, wie mich ein Kleinkind von seinem Sitz aus betrachtete. Es wollte offensichtlich mit mir Kontakt aufnehmen und schaute mich mit grossen Augen an. Erwartungsvoll, blickte es mich an, ohne den Blick abzuwenden. Plötzlich wurde mir bewusst, dass das Kind mein Lächeln unter der Maske gar nicht sehen konnte. Im ersten Moment verspührte ich ein Unbehagen in mir, etwas in mir wollte sich über die Gesamtsituation ärgern, beklagen, richtig darüber schimpfen. Da waren aber diese erwartungsvolle Augen, sie warteten noch immer auf eine Reaktion von mir. So entschloss ich mich, weiterhin unter der Maske zu lächeln, meine Augen weit aufzuschliessen und dem Kleinkind winkend zu begegnen. Die Freude war gross. Das Kind versteckte sich im Schoss seiner Mutter und schaute wieder auf, lächelte und winkte zurück.


Mit einem Gefühl der Orientierung und des Wohlwollens verliess ich den Zug. Dieses Kleinkind gab mir in diesem Moment die Möglichkeit, mich nach Neuem zu orientieren und so, eine mir innewohnende wohltuende Achtsamkeit zu aktivieren. Haltes Ausschau nach neuen Möglichkeiten, orientiert euch neu und gebt euch die Chance dieses Schöne zu erleben." - Sonia



"Während ich diesen Textes zum Thema Orientierung schreibe, geht mir das Bild, das zu Hause in meinem Eingangsbereich hängt und das ich täglich sehe nicht mehr aus dem Sinn.

Es zeigt den Leuchtturm der Insel Texel.

So wie ein Schiff sich im Dunkeln oder im Nebel nach dem Licht des Leuchtturms richtet, so orientieren wir Menschen uns im Leben an den unterschiedlichsten Werten oder Wertsystemen.

Orientierung ist wertvoll, besonders - in bewegten Zeiten, in denen so manche Systeme durchgerüttelt werden und die Welt sich wandelt. Wir werden von all dem was wir im alltäglichen Aussen sehen und hören abgelenkt, von dem was uns tief im Inneren bewegt.

Wir werden herausgefordert unsere Inneres zu erforschen und uns zu fragen: Was ist /hat /macht Sinn für mich? Was ist stimmig für mich? Was sind meine aktuellen Bedürfnisse?

Welche Werte sind noch passend?

Wir brauchen die Klarheit über diese Fragen, um zu erkennen wonach wir uns orientieren sollen.

Hmm - wäre es da nicht super wenn da dann einfach so am Horizont ein Leuchtturm auftauchen würde der sicher den Weg weist?

So praktisch das auch wäre - es lohnt sich zuvor den Kompass auszurichten und dafür den Weg, in die Richtung vom Aussen ins Innen zu erkennen. Dahin wo die Ablenkung wegfällt und ich mit meinen Bedürfnissen in Verbindung treten kann. Dies gibt mir Möglichkeit, in Stille zu erkunden und zu spüren, was ich «jetzt» brauche.

Genau das versuche ich auch mit der Craniosacral Therapie, meinen Klienten zu ermöglichen. Mein Ziel ist es, ihnen Raum und Zeit zu geben um zur Ruhe zu kommen, den Weg für die Empfindung des eigenen Körpers zu öffnen und das körperliche, geistige und emotionale Wohlbefinden zu fördern. In der Stille ist die Orientierung im Hier und Jetzt möglich - denn Stille bewegt!

Gerne gebe ich Dir an dieser Stelle noch eine kleine Übung für deinen inneren Kompass mit."


Mache es dir an einem Ort deiner Wahl bequem. Schliesse deine Augen für einen Augenblick. Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem und spüre, wie du gerade da bist. Berühre nun mit beiden Händen deinen Brustraum, nimm 3 tiefe Atemzüge und lege deine Aufmerksamkeit auf dein Herz. Vielleicht kannst du beobachten wie sich deine Atmung vertieft.

Beginne mit der Frage: Wonach sehne ich mich gerade am meisten?

Und dann lasse dir Zeit die Empfindung deines Herzen aufsteigen zu lassen. Nimm wahr was sich zeigt, ohne es zu bewerten.

Frage weiter: Was tut mir jetzt gut?

Was fühlt sich jetzt stimmig für mich an?

Was ist mein nächster Schritt?

Über die Berührung und deinen Atem bist du tief mit dir verbunden, auch für den Fall, dass du anfänglich nichts wahrnehmen solltest.

Jeder kleine Schritt in diese Richtung fördert die Verbindung zu deiner Intuition, dem zuverlässigen Kompass in dir, der dir in turbulenten Zeiten ruhig und sicher den Weg weist.

- Barbara




"Orientierung bedeutet auch sich festhalten zu können, Anhaltspunkte zu finden, Anker zu setzen, Stützpfeiler zu errichten, die einem dann Sicherheit geben - als Orientierungshilfen dienen. Doch wie findet man Sicherheit in einer Umgebung, in der es scheinbar eine Vielzahl von Meinungen und Wahrheiten gibt, in der nichts so sicher erscheint als die Unsicherheit selbst? Ich empfinde es momentan als sehr schwer, sich seine eigenen Stützpfeiler zu setzten. Wir werden täglich mit Mitteilungen, Meinungen, Informationen, Nachrichten, Prognosen und Theorien überhäuft. Aus ganzheitlicher Sicht frage ich mich da immer mal wieder, wie man bei so viel Wirr-Warr gesund bleiben soll? Wie findet man am Besten die Balance? Und wo finde ich meine Anker und Stützpfeiler?

Ich für mich habe meine innere Balance gefunden, in dem ich akzeptiere, dass die Komplexität der modernen Welt, die Kapazität des menschlichen Verstands überragt und ich Stützpfeiler an anderen Orten als auf der rationalen, wissenschaftlichen Ebene suchen muss. Wenn die momentane Welt mir zu viel ist, hilft es mir einen Schritt zurück zugehen, mich zurück zu besinnen. An was haben sich meine Ahnen orientiert? Wie fanden sie Balance?

Ein wichtiger Stützpfeiler ist Regeneration, sei es in Form von Ruhe, Meditation oder Schlaf. Wenn man krank wurde, hat man sich früher hingelegt und ausgeruht. Das ist für uns heute gar nicht mehr so selbstverständlich, aber dennoch essentiell und Wirksam.

Ein anderer Pfeiler bildet die Natur. Ich besinne mich gerne auf die Rhythmen und Strukturen, die mir die Natur vorgibt. Die Mondphasen, die Jahreszeiten, meine Ausrichtung in der Welt zwischen Himmel und Erde, die Luft die ich ein- und ausatme, mit der ich mit allem Lebendigen in Verbindung stehe, die Schönheit, Symmetrie und die Energie die mich umgibt und vieles mehr.

Ein weiterer Anker ist für mich die Wirkung der Entschleunigung. Heute geht alles so rasend schnell. Man hat schnell mal eine Nachricht im Chat geschickt, sich kurz das Essen in der Mikrowelle aufgewärmt und ist im Eiltempo mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Das hohe Lebenstempo in unserer Gesellschaft hilft nicht gerade die Orientierung zu behalten, denn unsere Systeme werden überfordert und geben irgendwann klein bei. Mir persönlich hilft es sehr mich immer mal wieder dagegen zu stellen und bewusst langsamere, bekannte Prozesse in mein Leben zu integrieren. Beispiele dafür wären selbst zu kochen, einfach mal mit dem Fahrrad zur Arbeit gehen, von Hand einen Brief an eine gute Freundin schreiben, selber Brot backen, mir eine Jacke mühevoll zu stricken anstatt sie "schnell" von der Stange zu kaufen etc. Diese Tätigkeiten helfen mir, mit mir selbst in Verbindung zu bleiben, meine Systeme zu entschleunigen und somit die Orientierung zu wahren.

Ich hoffe du fühlst dich inspiriert." - Céline


Wir wünschen euch von Herzen Zugang zu eurem inneren Kompass und einen klaren Blick, auch auf die komplizierten Karten des Lebens.

Herzlich

Kilian, Sonia, Barbara & Célin

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