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Innerer Frieden in stürmischen Zeiten



Stürmische Zeiten hat vermutlich jeder schon mal erlebt. Stürme können direkt durch das eigene Leben ziehen. Manchmal befindet sich das Auge eines kräftigen Sturms aber auch weit weg und dennoch streift einem der Wind. Das ist natürlich alles sehr metaphorisch, doch es hat durchaus parallelen zu dem, was wir unter stürmischen Zeiten verstehen. Ein Sturm kann Spuren hinterlassen, schon währenddem er in vollem Gange ist. Wir können das wahrnehmen indem sich in stürmischen Lebenszeiten inneres Ungleichgewicht ausbreitet, wir unseren Fokus verlieren, sich negative Gefühle wie Ängste, Besorgtheit, Unmut etc. vermehren. Was können wir also tun, um während diesen Stürmen, die durch unsere Leben fegen, den inneren Frieden nicht zu verlieren?



"Mir kommt in stürmischen Zeiten ein englischer Spruch in den Sinn: "You can’t stop the waves but you can learn to surf“. Übersetzt heisst das so viel wie: „ Du kannst die Wellen nicht stoppen aber du kannst surfen lernen.“ Das Fachwort was hinter diesem Spruch steckt, heisst Adaption. Sich zu adaptieren heisst, sich veränderten Umständen anzupassen. Dazu braucht es die Anpassungsfähigkeit. Meiner Erfahrung nach geht in stürmischen Zeiten das Vertrauen in diese Fähigkeit schnell verloren. Stattdessen nehmen innere Unruhe und Besorgtheit, kreisende Gedanken und Befürchtungen den Platz ein. All das macht unruhig. Innere Ruhe kommt also für mich durch das Loslassen dieser Aspekte. Loslassen kann ich durch das Erschaffen einer Verbindung zu meinem inneren Vertrauen in meine Adaptionsfähigkeit. Diese Fähigkeit besitzt grundsätzlich jedes Lebewesen und wir adaptieren uns ständig im Kleinen und eher unbewusst. Werde ich mir dieser natürlichen Gabe bewusst entsteht ein mächtiges Gefühl. Dieses Gefühl verleiht mir nicht nur inneren Frieden sondern auch enorme Kräfte. Im Vertrauen in meine Anpassungsfähigkeit bin ich mir bewusst, dass ich vielleicht am momentanen Sturm nichts direkt ändern kann und dass Sorgen etc. oft Energiefresser sind. Gleichzeitig weiss ich aber auch, dass ich mich an Stürme gewöhnen kann, dass ich sogar im Sturm Positives erleben kann und dass auch wenn nach dem Sturm die Welt absolut anders aussieht als davor, ich noch immer im Leben stehe und handlungsfähig bin.“ - Céline



"Das Bild der Wellen begleitet mich seit meiner Kindheit. Die ersten Meereswellen sah ich an der wilden Nordküste Spaniens. Diese Kraft hat mich sehr beeindruckt.

Viele Jahre später durfte ich von einem weisen Mann den Satz hören: "Die Wellen kannst du nicht aufhalten. Sie gehen und kommen mit den Gezeiten. Du kannst beeinflussen, wie nahe du sie an dich ranlässt und ob du dich ihnen aussetzten möchtest." Augenblicklich hörte es in mir auf zu stürmen.

Ich realisierte wie ich durch mein Sein dem Sturm trotzen und ihm Widerstand leisten wollte. Wiederstandslos ohne Druck liess ich die stürmische Wellen aus der Ferne an mir vorbeiziehen und es fühlte sich so heilsam an. Mein Körper, meine Sinne und Gedanken konnten sich neu ausrichten und der Horizont füllte sich mit der dramafreien wohltuenden Schönheit, die das Leben für uns birgt - von Moment zu Moment." - Sonia



"Im Laufe des Lebens kann der Wellengang auch schon einmal komplexer und anspruchsvoller werden. So kann einem die eine oder andere Welle einen völlig unerwartet erwischen. In diesem Moment kann das Gefühl des Überrollt-Werden entstehen oder man erlebt das Empfinden, dass einem die Füsse unter dem Boden weggezogen werden.

Nach solch einer Welle kommt meist der gesamte Organismus aus seinem Gleichgewicht, in einen Zustand der so genannten Heterostase. Glücklicherweise steht uns mit der Fähigkeit der Selbstregulation jederzeit ein, wie ich finde, grosses Geschenk zur Verfügung. Diese Fähigkeit ermöglicht dem Nervensystem und dem gesamten Organismus, sich selbst wieder ins Gleichgewicht und somit in eine ganzheitliche Homöostase zu bringen.

Kann ich mich in so einem Moment gut selbst regulieren, bin ich in Kontakt mit mir und im Austausch mit meiner Umwelt. Dies ermöglicht mir, meine mir zur Verfügung stehenden Ressourcen und Resilienzfaktoren bewusst oder unbewusst optimal zu nutzen und das Gefühl der Kohärenz wahrzunehmen. Ich fühle mich sicher, handlungsfähig und kann selbstbestimmt wieder wählen, welche der Wellen ich surfe, welcher ich mich stellen oder welche ich aus der Ferne betrachten will.

Sollte dies dennoch nicht vollständig gelingen, bestärkt mich meine Erfahrung und Bewusstsein, dass ich die Selbstregulation und Resilienz jederzeit selbstkompetent und aktiv unterstützen kann. Das ermöglicht mir, mich vertrauensvoll in ein achtsames Innehalten und wertfreies Wahrnehmen von mir selbst im Jetzt zu begeben. Dem „Was ist“ seinen Raum zu geben, erlauben zu sein, nachzuspüren worum es im jetzigen Moment genau geht und was ich benötige, lässt zu, dass Veränderung stattfinden kann. Veränderung hin, zu lösungs- und ressourcenorientierten, selbstbestimmten Handeln und der ganzheitlichen Homöostase." - Barbara


Herzlich Sonia, Barbara & Céline

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