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Die Qual der Wahl

Momentan gehören mehr denn je Entscheidungen zu unserem Alltag. Sich mit Entscheidungen auseinander zusetzen kann gar nicht immer einfach sein. Das Sprichwort „Die Qual der Wahl“ verdeutlicht das ziemlich gut. Eine schwer zu treffende, aufgeschobene oder belastende Entscheidung kann mit der Zeit krank machen. Durch den entstehenden Konflikt und das innerliche hin und her gerissen sein, verliert man die Balance. Wir möchten euch gerne unsere persönlichen Ansätze zum Thema Entscheidungen treffen weiter geben.



Entscheidungen - ein paar Gedanken



Wir alle stehen vor Entscheidungen. Bewusste oder unbewusste Entscheidungen, wichtige und vielleicht zwischendurch banale. Immer sind wir im Entscheidungsfindungsprozess. Manchmal stellen wir uns sogar nach einer Entscheidung die Frage:

«Was wäre gewesen, wenn …?».

Ist eine Entscheidung erst einmal gefallen, egal ob geschäftlicher oder privater Natur, ergeben sich daraus Chancen. Die Chance der Erfahrung durch die gefallene Entscheidung, die Chance der Reflexion und die Chance die Entscheidung, als gewesen sein zu lassen und sich einer sich besser anfühlenden Entscheidung zu widmen. Jede unserer Entscheidungen ist eine Momentaufnahme unserer aktuellen Situation. Mein Sein wird dadurch bereichert. So kann eine Entscheidung nur aus dem Moment meines Seins entspringen, denn so wie ich gerade bin fälle ich meine Entscheidungen.

Bin ich verärgert oder unmutig so treffe ich verärgerte und unmutige Entscheidungen.

Bin ich klar und ruhig treffe ich klare und ruhige Entscheidung. In beiden Situationen bin ich wer ich bin, mit allem was dazu gehört. Mir hilft es mutig zu sein wenn eine Entscheidung ansteht. Ich teile meine Gedanken und Zweifel und vielleicht auch Sorgen mit meinen Mitmenschen. Dies hilft mir, neue Perspektiven einzunehmen. Manchmal stelle ich mir auch vor, was die Entscheidung mit meinem Sein in 3 Monaten, 1 Jahr oder 5 Jahren machen könnte und fühle hinein. Ganz oft lasse ich mich von der Neugierde und meiner Intution leiten, diese waren bisher die besten Entscheidungen.

- Kilian

Ganzheitlich Entscheiden


Aus meiner Erfahrung sind Entscheidungen dann „leicht, stimmig und tragfähig“, wenn ich sie ganzheitlich treffe und alle mir zur Verfügung stehenden Entscheidungskräfte zum Tragen kommen. Dafür ist es ideal, wenn mir alle Möglichkeiten wie Kopf-, Bauch- und Herzintelligenz, Körpersprache und Emotionen zugänglich und vertraut sind und ich diese Situationsgerecht nutzen kann.

Der Kopf ermöglicht rationale Entscheidungen zu treffen, wunderbare Pro und Kontra Listen zu erstellen, Analyse zu betreiben und die Zukunft zu planen. Er blendet die emotionale Ebene aus.

Der Bauch beschert mir spontan und intuitiv einen wunderbaren ungeplanten „Kaffeeplausch“ am Nachmittag oder bringt mich unter Umständen mit seinem Schnellschussmodus auch in eine chaotische Situation.

Damit sich jetzt nicht zwangsläufig der Bauch auf Kosten des Kopfes durchsetzt oder umgekehrt und sich nicht die berühmten Qual der Wahl einstellt, braucht es idealerweise eine Art der Kooperation zwischen Kopf- und Bauchgefühl.

Hier kommt das Herz, als weitere mir zur Verfügung stehende Instanz, ins Spiel. In unserer Mitte, laufen Gedanken und Gefühle, Empfindungen und Impulse zusammen und ein moderates abwägen dieser, befähigt mich einer ganzheitlichen Wahl.

Wenn das Herz in Resonanz mit der getroffenen Entscheidung geht, stellt sich im Körper ein Gefühl von Ruhe ein.

Was, wenn nun eine bleibende Unruhe darauf hinweist, dass etwas doch noch nicht ganz stimmt?- Dann kommt der wertvolle individuelle Erfahrungsschatz der Körpersprache- und Wahrnehmung zum Tragen, welcher eine weitere gute Basis zur Entscheidungsfindung und - Überprüfung bietet.

Eine Möglichkeit, die Aufmerksamkeit auf Emotionen und Körperempfindungen zu legen und so zu einer Entscheidung zu kommen bietet diese Übung:


Übung

Schreibe die Möglichkeiten/Handlungsalternativen jeweils einzeln auf ein Blatt Papier und lege diese auf dem Boden aus.

Stelle dich nacheinander auf jedes der Papiere und nehmen mit diesen „Kontakt“ auf.

Nimm bei jedem der Papiere wahr, welche Emotionen und Körperwahrnehmungen dieser „Kontakt“ in dir auslöst.

Achte auf deine Körperhaltung, deine Atmung, wie fühlst du dich dabei, was nimmst du bei dir oder um dich herum wahr?

Lass dir dafür genügend Zeit und versuche auf alles zu achten was du fühlst, siehst, hörst oder riechst.

Auf welchem Blatt Papier hast du dich am besten gefühlt?

Unterstützend kannst du eine Person deines Vertrauens bitten, dabei die Aussenperspektive einzunehmen. Schildere dir selbst und der Vertrauensperson deine Wahrnehmungen, in Verbindung mit den ausgelegten Möglichkeiten und bitte bei Bedarf um Beobachtungen von Aussen.

Ich wünsche viel Freude und Leichtigkeit beim Ausprobieren und Entscheiden

- Barbara

Bauchgefühl integrieren


Ich persönlich bin ein sehr rationaler Mensch und häufig habe ich eine grosse Argumentenliste für oder gegen das eine oder das andere. Das kann die Entscheidung nicht gerade einfacher machen. Der Zugang zum Bauchgefühl verschwimmt durch die Gedanken und die Debatte im Kopf immer mehr. Ich habe für mich eine eigene Übung entwickelt, die ich so auch immer wieder gerne meinen Patienten empfehle. Wenn ich mich bei einer Entscheidung nicht festlegen kann, dann nehme ich mir Zeit. Für mich ist es wichtig, dass eine Entscheidung ein passendes

Zeitmanagement hat. Man soll sie nicht überstürzt treffen, aber auch nicht zu lange aufschieben. Wenn es die äusseren Umstände ermöglichen, dann nehme ich mir gerne 2-3 Tage Zeit. So dass ich mich probehalber zunächst 24 Stunden für das eine und danach 24 Stunden für das andere entscheiden kann. Ich lege also zwei Tage fest und lebe am einen so, als ob ich mich festgelegt hätte auf eine Möglichkeit. Ich hinterfrage währenddessen gar nicht mehr ob es die richtige Entscheidung gewesen sein könnte oder nicht. Ich lebe einfach damit. So schaffe ich es, die Debatte in meinem Kopf unterbrechen zu können. Am Abend reflektiere ich dann sorgfältig, wie ich mich gefühlt habe. Ich mache mir einige Notizen dazu. Dann am nächsten Tag mache ich das gleiche anders herum. Wichtig ist bei diesem Experiment wirklich, dass ich Gedanken, die die Entscheidung begründen, hinterfragen oder anzweifeln einfach achtsam abschalte. Nach Ablauf der zwei Probetage halte ich nochmals Innenschau. Mit welcher Entscheidung habe ich mich wohler gefühlt? Wann war ich entspannter, hoffnungsvoller, ausgeglichener? Für mich ist es dann manchmal ganz einfach.

Vielleicht rebelliert der Kopf ein bisschen dagegen, wenn die Entscheidung unerwartet ausgefallen ist. Vertraue darauf, dass sich das mit der Zeit legt. Sei dir bewusst, dass man für jede Entscheidung immer Argumente dafür und dagegen finden kann.

- Céline



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